AimData

Übersicht

Anpassbare Interaktion mit materialwissenschaftlichen Forschungsdaten (AimData)

DFG 2016-2019

Um die Persistenz, Wiederverwertbarkeit und Nachhaltigkeit
experimenteller Forschungsdaten zu verbessern, wurden digitale
Infrastrukturen zur Erfassung, Ablage und Dissemination geschaffen
(InfoSys, Radischen, etc.). In der Folge steht als gegenwärtige
Herausforderung vor einer umfassenden Akzeptanz und Nutzung dieser
digitalen Infrastrukturen von den Zielgruppen deren Benutzbarkeit und
Übertragbarkeit im Raum. Diese Herausforderung steht im Zentrum dieses
Forschungsantrages, aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des
Projekts InfoSys. Wie in vielen Bereichen fallen in den
Werkstoffwissenschaften große Mengen an Forschungsdaten durch Versuche
an. Diese wurden bisher in dezentralen Insellösungen mit geringer
Standardisierung abgelegt. Im Rahmen des Vorgängerprojekts InfoSys
wurde eine zentrale Infrastruktur geschaffen, mit der 90 % der
anfallenden Forschungsdaten inklusive Meta-Daten für metallische
Werkstoffe strukturiert abgelegt werden. Das entwickelte System ist
inzwischen im täglichen Einsatz und setzt auf nutzer- und
umgebungsspezifische Eingabemöglichkeiten (z. B. Tablets) um die
Nutzbarkeit, Effizienz und gleichzeitig die Akzeptanz des Systems vor
Ort zu erhöhen. Im Rahmen des Folgeprojekts AimData soll das
bestehende System als Beispiel einer digitalen Infrastruktur für
Forschungsdaten, für deren Nutzung zur Recherche, Data Mining und
Dissemination der experimentellen Daten angepasst, erweitert und
optimiert werden. Hierbei steht nicht mehr die leichte, angepasste und
benutzerfreundliche Eingabe der Daten, sondern deren spätere
Verwertung durch Dritte im Vordergrund.

Die zu erarbeitenden Erweiterungen sollen allerdings nicht nur auf das
Pilotprojekt anwendbar sein, sondern eine breitere Anwendung erlauben
und fördern. Hierfür soll das InfoSys-System um weitere Funktionen
erweitert werden. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf einer
hochentwickelten Suchfunktion und Auswertungstools, die auf Data
Mining und semantischer Verknüpfung basieren. Damit kann zukünftig das
Potential der nun zentral und strukturiert vorliegenden Daten
effizienter ausgeschöpft werden. Gleichzeitig werden weitere Maßnahmen
im Bereich Qualitätssicherung von Forschungsdaten entwickelt und
implementiert. Dies ist speziell vor dem Hintergrund der
Referenzierung durch Digital Object Identifier (DOI) essentiell. Die
Qualitätssicherungsmaßnahmen haben teilweise Überschneidungen mit den
vorher genannten Auswertungstools, wie bspw. automatische
Plausibilitätschecks. Zusätzlich sollen innovative Methoden entwickelt
werden, die es den Nutzern erlauben, die Qualität von Forschungsdaten
einfacher zu bewerten. Um hinreichende Komplexität und Übertragbarkeit
zu gewährleisten, sollen auch materialwissenschaftliche Daten der
Stoffklasse der faserverstärkten Kunststoffe (FVK) mit allen
spezifischen Eigenheiten hinsichtlich Metadaten und Versuchsabläufen
hinzugefügt werden. Zentrales Anliegen dieses Projektantrags ist eine
strukturelle Erweiterung der bisher bestehenden leistungsfähigen,
zentral organisierten Forschungsdateninfrastruktur, um einen
langfristigen Mehrwert für die Anwender und Fördergeber zu
schaffen. Gleichzeitig soll auch der Skopus auf weitere Domänen
erweitert werden und eine Überführung auf neue Anwendungsbereiche
geprüft werden.

Projektpartner:  IWT, TZI, MPA, FIBLRE  und BIK

Web: http://devinfosys.iwt.uni-bremen.de/